Ewald Stoll (8aM) wird Deutscher Meister im Ringen

(Stilart: Freistil - Altersklasse B-Jugend)

Hier berichtet er selber, wie es ihm ergangen ist. 

Die Vorbereitungen zur Deutschen Meisterschaft haben sich über zwölf Wochen hingezogen. Da ich aber Ringen und Boxen trainiere, musste ich Boxen erst mal lassen und konzentrierte mit nur auf Ringen. Während der Schulzeit war ich nur abends für etwa zwei Stunden im Training, aber in den Ferien kam es schon oft vor, dass das Training um 8 Uhr morgens begann. Ich wurde von Andreas Schegerer, einem ehemaligen Ringer, trainiert. Vor Osterferien besuchte ich die Sportschule „Oberhaching“ in der Nähe von München für drei Tage. Hier bekam ich noch den letzten Schliff, er war sehr anstrengend. Danach ging es richtig streng los: Diät halten, Technik lernen, Krafttraining und Ausdauertraining.

Am letzten Wochenende, bevor die Schule wieder begann, fuhren wir um halb sieben in der Früh los in die 600 km entfernte Stadt Herdecke in Nordrhein-Westfalen. Ich bin nur mit meinem Vater gefahren. Als wir um zwölf Uhr mittags ankamen, schauten wir uns die Halle an. Als wir einen geeigneten Platz gefunden hatten, bin ich wiegen gegangen, um zu schauen, ob alles passt. Ich durfte nämlich die 85 Kilo nicht überschreiten, weil hier meine Gewichtsklasse endete ( 76,1 kg bis 85 kg). Zwischendurch habe ich Kleinigkeiten gegessen, danach mich wieder gewogen. Anschließend warteten wir gespannt auf den morgigen Wettkampftag.

 Wir waren bereits um neun  Uhr in der Halle und mussten lange warten, bis ich zu meinem ersten Kampf aufgerufen wurde. Ich hatte meinen ersten Kampf um zwölf Uhr mittags gegen Leon Suslin, einem Ringer aus Nordrhein-Westfalen, den ich mit 16:0 besiegte, obwohl er sich mächtig wehrte. Dann war die schon die Pause und mein Vater und ich gingen in den Park und aßen etwas. Als anschließend die Kämpfe wieder losgingen, legte ich mich in der Halle auf einer Bank schlafen, um alle Kräfte zu sammeln. Kurz vor vier Uhr wachte ich auf und musste mich schon aufwärmen, da nicht mehr viele Kämpfe vor mir dran waren. Meinen 2. Kampf bestritt ich gegen Israilov Ramsan, der kleiner als ich war und den ich mit 15:0 von der Matte fegte. Danach habe ich mich nur entspannt und ging spazieren. Kurz vor sieben Uhr abends hatte ich meinen letzten Kampf. Auch den gewann ich überzeugend. Anschließend ging unsere Mannschaft, das waren 18 Wettkämpfer aus Bayern, zum Essen in ein griechischer Lokal. Am nächsten Tag kamen wir um erst um elf Uhr in die Halle, da ich eh keine Kämpfe mehr hatte. Kurz vor Schluss fand der Einmarsch zur Siegerehrung statt, bei dem die Finalisten und ich vorgestellt wurden. Dann ging um 13.00 Uhr die Siegerzeremonie los. Meine Gewichts­klasse ging zum Podest vor, wo wir dann unsere Geschenke bekamen:  Pokal, Medaille, Urkunde und ein Badetuch. So um drei Uhr nachmittags verabschiedeten wir uns und fuhren nach Hause. Das waren sehr aufregende Tage und mein bisher größter sportlicher Erfolg.